Montag, 14. Mai 2012

Sonntags im Museum

Muttertag - gestern stand  in unserem Kalender  wiedermal  "Maisingen".
Während meine Tochter mit ihrer Tanzgruppe auf dem Marktplatz das (Volks-)tanzbein schwingt oder auf die Auftritte wartet, habe ich Zeit für einen Bummel durch das Dorfmuseum, in dem an diesem Tag auch immer gesponnen wird. Gestern habe ich mir mal ein Herz gefasst und habe die Spinnfrauen im Dorfmuseum gefragt, ob ich ein bissle mit ihnen spinnen darf. Erst kamen überraschte Blicke, die Frage: "Ja, was haben Sie denn dabei" ..... aber als ich meine Spindel aus der Tasche zog, war das Eis schnell gebrochen. Eine der Damen war ebenfalls mit einer Handspindel zu Gange - aber das Abrollen der Spindel am Oberschenkel war ihr und den anderen völlig neu. Dass frau so ganz bequem im Sitzen spindeln kann begeisterte natürlich und ich glaube, das Handspindelvirus kann durchaus auch auf eingefleischte Spinnradspinnerinnen noch überspringen ;-)).
Jedenfalls hatten wir eine prima Unterhaltung, nettes Publikum und ich bin jetzt schon zur Spinnstube im Winter eingeladen. Schade nur, dass  die Gruppe  sich abends und noch dazu eine ganze Ecke von uns weg trifft, hoffentlich macht mir das Wetter dann keinen Strich durch die Rechnung.
Das hier hatte ich übrigens auf der Spindel
Quelle: Kammzug von KnittingSpiro - eigene Spinnerei

Quelle: Kammzug von KnittingSpiro - eigene Spinnerei
Diese "Öffentliche Spinnerei" macht wirklich viel Spass; es kommt zu netten Gespächen, was mir sehr gut gefällt. Ich wurde auch gefragt, ob ich denn bei Mittelalter-Veranstaltungen o.ä. mitmachen würde. Also mal so unter uns: mich in eine Gewandung (ist das korrekt ?) zu werfen und eine historische Person darzustellen ist eher nicht so meins. Das überlasse ich gerne denen, die daran ihre Freude haben und erfreue mich selbst sehr gerne an deren "Schauspiel". Mir liegt eigentlich am Herzen, zu zeigen, dass mein Hobby bzw. die "alten" Techniken immer noch modern und zeitgemäß sind oder sein können. Keinenfalls möchte ich nur demonstrieren, wie mühsam und zeitintensiv die Wollherstellung und Verarbeitung einst war. Vielmehr möchte ich zeigen, dass man auch heute noch mit Kreativität und eigenen Händen wunderbare Unikate schaffen kann, die tagtäglich genutzt und getragen werden können. Dass es unheimlich viel Freude macht, mit tollen Farben und Materialien zu spielen und es einfach wunderbar und unvergleichlich ist, "geselbertes" Garn zu verarbeiten. Und es macht mir überhauptgarnichts aus, wenn jetzt jemand denkt:  die spinnt wohl *lach*



1 Kommentar:

  1. Hallo, mit Deinen Worten zur Spinnerei und Handarbeit hast Du mir aus dem Herzen gesprochen.
    Viel Spaß noch.
    VG Heike

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